Wichtigkeit einer ethischen Grundlage
Reinige zuerst deinen Geist und dein Herz durch das Praktizieren eines rechten Verhaltens, danach übe mit Hingabe die Konzentration. Die Konzentration ohne Reinheit des Geistes und des Herzens ergibt keinen Sinn.
Einige dumme und ungeduldige Schüler entscheiden sich sofort für die Konzentration, ohne sich vorher einem ethischen Training zu unterziehen. Dies ist ein schwerwiegender Fehler. Einige Okkultisten besitzen zwar eine gute Konzentration, doch keinen guten Charakter. Dies ist der Grund, warum sie dann keinen Fortschritt auf dem spirituellen Weg machen können.
Die Selbst-Erkenntnis des Seins
In unseren Studien gibt es zwei wesentliche, ja zwei entscheidende Faktoren. Der eine ist die Selbsterinnerung, der andere die Entspannung des Körpers. Sich selbst an sein inneres, profundes Sein zu erinnern und sich in tiefer Meditation entspannen – so erscheint in uns das Neue, so werden wir uns Schritt für Schritt selbst erforschen...
Die Konzentration und die Stille
Die Stille ist ein äußerst wichtiger Faktor in der Arbeit mit der Konzentration. Das Gesetz der Stille ist die Grundlage jeder einführenden Lehre, denn sie gibt einen unberührten Raum frei, um innerlich etwas zu erschaffen. Der universelle Gnostizismus lehrt, dass wenn wir in unserer Psyche etwas Wahrhaftes entwickeln wollen, wir lernen müssen, uns anhand der inneren Stille und dem Einsparen der Energien in einen intimen Bereich zurückzuziehen.
Beobachtet die Stille in der Ruhe des Geistes und betet zu unserem Vater, der im Geheimen weilt und ihr werdet den Frieden der Konzentration finden.
Uns über das bewusst werden, was wir schon wissen
Wir sollen die Gnosis tiefgründig studieren. Dafür existieren die Bücher, die Vorträge, usw. Doch das Lesen der Bücher allein reicht nicht aus, meine Brüder, man muss tiefer gehen...
Wenn wir versuchen anhand der Meditation den inneren Sinn jener Sache, welche wir im Gedächtnis abgelegt haben, zu verstehen, dann gelangen diese Erkenntnisse zu höheren Regionen des Intellektuellen Zentrums, und wenn wir versuchen uns über die Lehre noch bewusster zu werden, wird letztendlich dieses Wissen vom Emotionalen Zentrum absorbiert.
Die Konzentration
Wenn verschiedene Kräfte oder Mächte psychischer und physischer Art in einem gemeinsamen Punkt eines vorgegebenen Raumes vereint sind, nennen wir das Konzentration.
Wenn man die Sonnenstrahlen mit einer Linse konzentriert, können diese ein Stück Watte oder ein Stück Papier verbrennen. Dieselben Strahlen in ungebündelter Form können dies jedoch nicht vollbringen. Wenn du auf gleiche Weise die ungebündelten Strahlen deines Geistes vereinst und sie auf einen Punkt fokussierst, wirst du eine wunderbare Konzentration erreichen. Ein konzentrierter Geist wird dir wie eine kräftig leuchtende Laterne dienen, um die Schätze der Seele zu entdecken.
Die Resistenz als geheime Waffe des Egos
Die Resistenz ist die Gegenkraft. Die Resistenz ist die Geheimwaffe des Egos.
Die Resistenz ist die psychische Kraft des Egos, die sich dem Bewusstwerden aller unserer psychologischen Defekte entgegenstellt.
Die Resistenz agiert über einen Abwehrmechanismus der versucht, unangenehme psychologische Defekte zu ignorieren, damit man sich über diese nicht bewusst wird und man weiterhin in der psychologischen Knechtschaft verweilt.
Durch die Resistenz wachsen die Begierden und vermindert sich das Sehnen nach Einheit.
Superlative Analyse vom „Ich“
Aus den verschiedenen Situationen des Lebens können wir das psychische Material beziehen, um das Erwachen des Bewusstseins zu erlangen. Die beste Didaktik zur Auflösung des Ichs liegt in einem intensiv gelebten und praktischen Leben. Das Zusammenleben ist ein wunderbarer Spiegel, indem man das Ich ganzheitlich betrachten kann.
In der Beziehung mit unseren Mitmenschen tauchen die am Grund des Unterbewusstseins versteckten Defekte spontan auf, sie kommen heraus, weil das Unterbewusstsein uns täuscht, und wenn wir im Zustand erhöhter Achtsamkeit sind, dann sehen wir sie so, wie sie wirklich sind. Die höchste Freude für den Gnostiker ist es, die Entdeckung eines seiner Defekte zu feiern. Ein entdeckter Defekt ist ein toter Defekt. Wenn wir einen Defekt entdecken, müssen wir ihn so in Aktion betrachten, als ob man sich einen Film ansehen würde, doch ohne ihn zu rechtfertigen und ohne ihn zu verdammen...
Wenn wir auf diese Weise jeden einzelnen unserer Defekte analysieren, dann werden wir sie verstehen, und wenn wir sie verstanden haben, müssen sie mit Hilfe der Göttlichen Mutter Kundalini eliminiert werden. Natürlich muss man sie anflehen, sie bitten den Defekt zu eliminieren, den man verstehen lernt...
Eine schwierige Aufgabe für den Anfänger
Für den Neophyten erscheint am Anfang die Übung der Konzentration ermüdend und entmutigend. Man muss erst neue Schichten des Geistes und des Gehirns öffnen. Doch nach einigen Monaten der Praxis, wird man großes Interesse an der Konzentration finden und eine neue Art der Glückseligkeit entwickeln: Das Glück von Ananda, der Konzentration.
Ein wichtiger Punkt in der Konzentration ist es, den Geist immer wieder erneut auf dasselbe Ziel zu richten und zu Beginn seine Bewegungen innerhalb eines kleinen Kreises einzuschränken. Das ist das Hauptziel. So wird der Moment kommen, wo der Geist an einem Punkt verweilen kann. Die Konzentration kann man nur erreichen, wenn man frei ist von jeder Art der Zerstreuung.
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Die Stufen der Meditation
Asana: Asana ist die Position des physischen Körpers. Es gibt unterschiedliche Positionen zur Ausübung der Meditation, wie z.B: die Position des fünfzackigen Sternes, die Position des toten Menschen, die Lotus-Position, die Semi-Lotus Position, die Siddhasana oder Vollkommene Position (die darin besteht, den Handrücken an den Knien abzustützen und mit Daumen und Zeigefingern jeweils einen magnetischen Kreis zu schliessen), die Vajrasana oder Diamantene Position (so wie sich die Inkas und die Japaner niedersetzen, die Hände an den Oberschenkeln abgestützt und den Körper auf den Fersen ruhend), usw.
Das Wichtige dabei ist, egal welche „Asana“ oder Position man einnimmt, die Wirbelsäule aufrecht zu halten.
Pranayama: Wissenschaft über die Kontrolle der Atmung. „Prana“ ist das Leben, das Ergebnis der elektrischen Sexualkraft. Das Prana pulsiert in jedem Atom genauso wie in jeder Sonne. Prana ist die vitale Luft. Yama: „bezieht sich auf die Perfektion der Ethik“. Das „Pranayama“ ist die Kunst, atmen zu lernen.
Pratyahara: Abstraktion der Sinne. Bedeutet zu lernen, den Geist von den Sinnen zu entfernen, um dem Bewusstsein Zutritt zu gewähren. Dennoch ist es eine Regel von Pratyahara zum Unsichtbaren oder Abstrakten mittels dem Sichtbaren oder Konkreten zu kommen, das bedeutet also, dass wir uns auf einen dem Sinnesverstand normal bekannten Punkt konzentrieren und dort verweilen, bis wir die duale Natur der Gedanken und Empfindungen erkennen und so den Kampf der Gegensätzlichkeiten transzendieren.
Dharana: Wenn wir uns vom Sinnesverstand loslösen, erscheint spontan die Konzentration. Dies ist der Zustand von Dharana. Dharana ist nicht das Ergebnis eines hartnäckigen Wunsches. Dharana kommt aus dem Grund des Bewusstseins wie ein Mittler zwischen dem Absoluten und dem Relativen.
Dhyana: Dhyana ist Meditation. In diesem Zustand hat das Bewusstsein die Fähigkeit, egal wohin ausgerichtet, zu Erkenntnis zu gelangen.
Samadhi: Ein Zustand tiefer Meditation. In diesem Zustand löst sich das Bewusstsein wie ein Tropfen im Grossen Ozean und nimmt Teil an der Pluralität des Universums.
Samael Aun Weor
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